Petitesse – Randnotiz – 2026-01-23

Beschmutze nicht Dein eigenes Nest!

Es ist ein Selbstverständnis, so glaubte ich bisher. Ein ungeschriebenes globales Gesetz, das so etwas, wie Ehre, Stolz und Liebe mit sich führt.

Nur charakterschwache, eitle, blasierte, selbstgefällige Menschen erheben sich über andere und führen diese vor Fremden vor.

So geschehen auf dem World Economic Forum 2026 in Davos.

Noch nie habe ich erlebt, dass ein Staatsoberhaupt sein eigenes Volk vorführt oder sich gar über seine Landsleute beklagt. Und das Ganze außerhalb seiner Staatsgrenzen in einem anderen Land.

Im Gegenteil, diese sprechen von ihren großartigen Landsleuten, fleißigen, starken Menschen und so weiter.

Was macht der deutsche Bundeskanzler? Er beschwert sich auf dem World Economic Forum vor allen hohen Staatsrepräsentanten über die Faulheit der Deutschen. Sie würden zu wenig arbeiten. Wo doch die Schweizer zweihundert Stunden mehr im Jahr arbeiten. Er hinterfragt es polemisch, sinngemäß, ob denn die Genetik der Deutschen so viel anders sei. Als ich das hörte, wuchs mein Groll noch mehr an.

Ganz am Rande möchte ich erwähnen, dass zweihundert Stunden im Jahr etwa vierzig Minuten pro Tag länger arbeiten bedeutet. Die Schweizer haben grob gerundet durchschnittlich 1500 Euro mehr monatliches Netto-Einkommen, als die Deutschen. Hinzu kommen die wesentlich geringeren Steuerlasten für die Bürger. In Deutschland zahlt ein Alleinstehender 47,8 % Steuern, in der Schweiz 23,4 %. Oder das Beispiel einer Familie, also zwei Erwachsene und zwei Kinder: In Deutschland 40,8 % und in der Schweiz 17,7 %. Hier könnt Ihr gern nachlesen.

Unserem Bundeskanzler scheinen die faulen Deutschen seit kurzem als Sündenböcke in den Sinn gekommen sein. Die, die ständig blau machen und sich krankschreiben lassen, die faulen Säcke, die nicht ausreichend Stunden schrubben, die Alten, die mal nicht so faul ihre Rente einsacken, sondern sich weiter irgendwo verdingen sollten.

So referierte er neulich auf innerdeutschen Veranstaltungen und ereiferte sich darüber. Auch das ist nicht die feine englische Art. Aber soll er sich von mir aus, seinen aufgestauten Frust von der Seele reden. Jedoch ein internationales Treffen der Weltelite zu nutzen, und sich über sein eigenes Volk zu beschweren und dieses als faul vorzuführen, macht mich mehr als sprachlos.

Wenn wir manches Mal im Spaß sagen: Lehrer ohne Schüler wäre ein entspannter Job oder Verkäufer ohne Kunden und so weiter, denke ich, unser Bundeskanzler wäre glücklich, ein König ohne Volk zu sein. Nur wer wäre dann der Sündenbock für all den Trödel, für all das, was nicht rund läuft?

Tag- und Nachtrhythmus

Wenn du deinem Haustier etwas beibringen könntest, was wäre das?

Als ich heute am frühen Morgen die Frage an uns Blogger las, musste ich etwas schmunzeln. Denn, wenn ich könnte, würde ich tatsächlich unserem Kater Flo etwas beibringen wollen.

Jede Nacht ist für uns eine Herausforderung, ausreichend Schlaf zu tanken. Je älter das Kerlchen wird, desto energischer macht er sich lautstark bemerkbar.

Am Tag erholt sich der fast achtzehnjährige Vierbeiner von seiner vollbrachten Nachtschicht, nämlich dem Bewachen seines Reviers und den in seinem Reich lebenden Zweibeinern.

Flo hat eine laute, knarrende, intensive Stimme, die einem typischen  „Miau“ weit entfernt ist. Er ist äußerst kommunikativ und weiß somit auch verbal seine Aufmerksamkeit in den Mittelpunkt zu rücken.

Tief in der Nacht werden wir aus dem Schlaf gerissen, weil Flo uns eindrucksvoll Bescheid gibt, dass er nun durch die Katzenklappe nach Hause gekommen sei. Er verkündet uns, wenn er sein Katzenklo benutzt hat, seinen Fressplatz aufsucht, oder dort ein besonderer Schmaus fehlt. Er teilt uns mit, dass er jetzt an seinem Wasserplatz geschlappert hat, er an der Terrassentür nach draußen schaut und so weiter und so fort. Besonderen Spaß hat er dabei, sich mitten in den Raum zu stellen und seine eigene Stimme in der Stille der Nacht hallend wie in einem Dom wahrzunehmen.

Wenn seine innere Uhr auf cirka halb sechs Uhr rückt, wird es für ihn Zeit, laut argumentierend über die Zweibeiner zu trampeln und ihnen die Ohren zu beschallen. Denn schließlich stehe eine Schichtübergabe an. Flo bereitet sich auf seinen wohlverdienten Tagschlaf vor.

Gern würde ich ihm beibringen, als ein leise schnurrendes Samtpfötchen durch die Nacht zu schleichen 😺 Das wäre wirklich großartig.

Tja, seine Natur ist, wie sie ist. Wir lieben das Katerchen auch mit seinem immer lauter werdenden krächzendem Miau 😻

Jetzt bin ich neugierig. Was würdest Du Deinem Haustier gern beibringen?

Schreibe es einfach ins Kommentarfeld.

Habt einen wunderschönen sonnig-kalten Wintertag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Petitesse – Randnotiz – 2026-01-04

Fikusbaum und Olsenbande

Als ich die Nachricht vom Sparkassenraub in Gelsenkirchen hörte und dann die nachgeschobenen Informationen, wie das ganze Ding stattgefunden haben soll, wusste ich nicht, ob ich laut lachen und doch lieber entsetzt sein sollte.

Das alles ist so dermaßen absurd. Die Räuber sollen 3200 Schließfächer geknackt und sich schlappe dreißig Millionen Euro eingesackt haben.

In aller Seelenruhe puckerten sie sich ein Schlupfloch auf dem Weg durch die Tiefgarage in den Tresorraum, räumten hübsch die Steinchen beiseite, krabbelten durch das Löchlein und öffneten 3200!!! Schließfächer und räumten die Dinger aus.

Ganz ehrlich, das ist schon rekordverdächtig. Wieviele Stunden werden sie wohl dafür gebraucht haben? Ich überlege: Wenn nur eine einzige Minute pro Schließfach benötigt würde, wären die Räuber mit rund dreiundfünfzig Stunden, also über zwei komplette 24-Stunden-Tage beschäftigt. Und das allein nur mit dem Ausräumen dieser Schließfächer.

Aber wahrscheinlich bin ich da zu naiv.

Unwillkürlich muss ich an eine Situation denken, die sich 2003 ereignete.

Damals hatte ich ein ziemlich großes Büro, das das Vorzimmer zur damaligen Geschäftsführerin eines großen Unternehmens war. Dieses war mit einer Alarmanlage ausgestattet, die automatisch scharf gestellt wurde, wenn die Chefin oder ich als letzte eines Arbeitstages den Raum verließen.

Damals kam es in einer einzigen Woche zu drei nächtlichen Alarmmeldungen bei der damals zuständigen Sicherheitsfirma. Diese rückte aus, um vor Ort nach dem rechten zu sehen. Sie fand keine Besonderheiten.

Bei der dritten eingehenden Meldung nahmen sie sich die Zeit, der Ursache der Fehlmeldungen nachzugehen. Letztendlich stellte sich heraus, dass sich der große im Raum stehende Fikus einem welken Blatt entledigte und das herabfallende Teilchen den Alarm auslöste.

Und nun soll mir einer sagen, dass jedermann in einer Sparkasse einem Tresorraum mit Hammer und Meißelchen zu Leibe rücken, sich seine Säckchen füllen und dann ganz vergnüglich in sein Auto steigen kann, um gemütlich aus der Tiefgarage ins Nirgendwo zu reisen.

Dachte ich doch immer, dass „Die Olsenbande“ eine Gaunerkomödie sei.

Zwischen schwarz und weiß

Kurz überlege ich, hier in meinem Blog Bilanz über das Jahr 2025 zu ziehen. Ich entschied mich, es nicht zu tun.

Denn ich denke, dass dieses 2025 nicht nur für mich, sondern wahrscheinlich für fast alle von uns ein verdammt anstrengendes und uns forderndes Jahr gewesen ist.

Das was einmal sein wird, also das, was uns das neue Jahr, das 2026, mit sich führen wird, wissen wir heute noch nicht.

Es wäre wirklich schön, wir könnten einen Blick in die mystische Glaskugel werfen und bekämen eine rationale Antwort. So bleibt uns nur, unser Wissen, unseren Verstand und unsere Erfahrungen mit einer Prise Spekulation zu verrühren, um eine vage Vorstellung von dem zu erhalten, was potentiell auf uns einströmen könnte. Also bleiben wir aufmerksam und achtsam.

Um uns daran zu erinnern, dass es zwischen schwarz und weiß eine ganze Menge Farben gibt, malte ich für Euch diese starke und optimistische „Fantafantin“ als Glücksbringer für das Jahr 2026.

In ein paar Stunden ist 2025 Geschichte. Lassen wir es los und gehen zuversichtlich ins 2026!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein wunderbares, erfolgreiches, gesundes, glückliches neues Jahr. Mein Herzenswunsch für mich und uns alle: Möge auch dieses Jahr friedlich bleiben.

Herzlich danke ich Dir, dass Du mich sowie meine Texte und Bilder begleitest. Ich freue mich riesig, Dich auch in 2026 als treue Leserin beziehungsweise treuer Leser an meiner Seite zu wissen.

Kommt gut rein! 🎉✨️🥂

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Kleiner blauer Krug

Wie so oft sind es die kleinen Gesten, die unser Herz höher schlagen lassen und eine riesengroße Freude verbreiten.

Vor zwei Tagen bekam ich einen kleinen alten Krug geschenkt. Die über Neunzigjährige kennt meine Vorliebe für besonderes Geschirr. Auch weiß sie, dass in meinem Haushalt jeder Gegenstand benutzt wird.

Meine Hände erfühlten die Form und Oberfläche dieses kleinen Kruges. Sofort nahm ich wahr, dass das Gewicht ungewöhnlich gering für derartige Gegenstände ist und das besondere Blau fiel mir auf. Ich war verliebt in das gute Stück, das meine Hände schmeichelte und ich freute mich unglaublich, dass ich es mit nach Hause nehmen durfte.

Erst zu Hause schaute ich auf den Boden dieses Kruges und staunte, was ich da sah. Denn somit schloss sich der Kreis von dem, was meine Hände bereits ertasteten und auch dieser für eher untypische Blauton.

Ich liebe Porzellane bzw. Keramik von Villeroy & Boch. Ein paar Recherchen ergaben, dass das gute Stück über einhundert Jahre alt ist und für mich eine Rarität darstellt.

Internetrecherche vom 25.12.2025 über Chrome / Google

Den Standort in Dresden gibt es inzwischen nicht mehr. Die Fabrik, wie so viele weitere damals, wurde nach dem zweiten Weltkrieg komplett von der Besatzungsmacht demontiert und abtransportiert. Ich nenne es geplündert. Danach wurde der Standort mit dem restlich Vorhandenem verstaatlicht. Während der DDR-Zeit fertigte man dort Sanitärporzellane. Nach der Wende erwarb ein Hamburger Investor für Gewerbebauten und Einkaufszentren das gesamte Gelände. Seit dem steht es für Lagerung und nix. Es gibt bis heute kein Konzept, so konnte ich in meinen Recherchen erfahren.

Was ein solcher kleiner Keramikkrug auslösen kann! Man kommt von einem zum anderen. Es ist total spannend, in unserer Geschichte hermzustöbern.

Übrigens: Die wunderschönen Fliesen in „Pfunds Molkerei“ wurden in eben dieser Steingutfabrik von Villeroy & Boch hergestellt und sind heute dort, auf der Bautzner Straße 79 in Dresden, zu bewundern. Schau einfach mal bei Gelegenheit dort vorbei.

Bevor ich mich weiter in diesem Thema verliere, werde ich mich jetzt um unseren Brunch kümmern.

Euch allen wünsche ich einen wunderschönen sonnigen, wenn auch ziemlich frostigen, Tag.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Wieder zu Hause

Heiligabend. Das erste Weihnachten, das ich in unserem neuen Zuhause begehen darf. Und es fühlt sich unglaublich gut an, nach zwanzig Jahren wieder in Sachsen zu leben.

Ich weiß, dass es viele Menschen nicht verstehen können, dass es mich aus der schönen Bodensee-Region nach Hause gezogen hat. Meistens sind es jedoch die, die selbst nie ihr Zuhause für einen längeren Zeitraum, zum Beispiel berufsbedingt, verlassen haben. Sie bewerten und urteilen und nennen es Schwäche.

Ich nenne es Heimweh. Es ist ein unsichtbares Band, das uns mit dem Ort unseres Ursprungs verbindet und erdet.

Viel zu viele von uns sind entwurzelt und wissen nicht mehr, wohin sie eigentlich gehören, wozu sich ihr Engagement, ihr Einsatz, noch lohnen soll. Sie kennen und fühlen keinen Unterschied zwischen Staat und Heimatland und schweben zerrissen im Irgendwo.

Es ist also das erste Weihnachten wieder Zuhause seit 2005 💛

Kennst Du dieses warme, glückliche Gefühl, nach einer langen Zeit zurück nach Hause gekommen zu sein? Schreibe es mir bitte einfach in die Kommentare. Das wäre wirklich schön.

Aber nun wird es Zeit: Ich wünsche Dir ein wunderbares, ruhiges und besinnliches Weihnachten im Kreise Deiner Lieben. Genieße diese besonderen Tage zum Jahresende.

Im Übrigen: Es soll ein wenig Schnee geben und verdammt kalt werden. Vielleicht gibt es nachlanger Zeit eine weiße Weihnacht.

Herzlich,

Eure Petra Kolossa. 💖✨️🎄

PS: Der farbige Weihnachtsgruß ist die erste Zeichnung, die ich nach unserem Umzug im Juli anfertigte. Es wurde wirklich Zeit, dass ich wieder zu den Farben griff.

Petitesse – Randnotiz – 2025-12-23

Debanking

Das Radio wird bei uns zu Hause zur Unterhaltung erst zum Frühstück eingeschaltet. Meine ersten Morgennachrichten höre ich davor digital über Podcasts oder auf Youtube.

Diese Formate werden nicht von den Geldern gefüttert, die jeder von uns an die Öffentlich Rechtlichen abzutreten hat. Sie sind auf Spenden oder Abonnements angewiesen, um ihre journalistische Arbeit tun zu können.

So, wie wir es seit vielen, vielen Jahren von den privaten Sendern im Fernsehen oder Radio kennen. Wo uns die Werbebeiträge nonstop um die Ohren gehauen werden. Aber das ist eben deren Finanzierungsmöglichkeit. Bei so manchem Podcast oder Youtube-Kanal gibt es inzwischen ebensolche gewerblichen Sponsoren, die ihre Produkte anpreisen und für die gebuchte Sendezeit ihren Obolus abdrücken.

Worauf will ich hinaus? Neulich schaute ich eine Morgensendung auf Youtube. Ein Sender, der ebendort, als Podcast oder auf vielen Frequenzen im digitalen Radio, auf DAB, zu finden ist. Schaut man es auf Youtube, läuft ein livechat, den ich manches Mal flüchtig überfliege.

Es wurde in der Sendung für ein Jahres-Abonnement geworben. Im Chat las ich, dass jemand gern ein Abo abschließen würde, aber Angst hat, dass ihm bei dieser Abbuchung, wo zu erkennen ist, von wem der Betrag einggzogen wird beziehungsweise an wen der Betrag gezahlt wird, die Bank seines Vertrauens sein Konto löschen könnte. Eine ähnliche Bemerkung las ich vor ein paar Wochen.

Schon damals dachte ich: „Oha, so weit gehen die Gedanken der Menschen.“ Aber dieses Mal horchte ich auf. Denn eigentlich sind solche Überlegungen und Äußerungen völlig absurd, könnte man glauben. Leider ist dem nicht so.

Debanking ist eine realativ neue ideologisch geformte Methode, Menschen in riesige Probleme zu bringen und unter Druck zu setzen. Ich möchte es ganz simpel ausdrücken. Man möge doch bitteschön das eigene politische Weltbild korrigieren und das derzeit einzig Wahre unserer derzeitigen Zweckkoalition verinnerlichen und vor allen Dingen nach außen leben. Alles andere ist böse und pfui.

Es gibt nicht einmal eine deutsche Übersetzung für den Begriff „debanking“. Denn Kontolöschung ist nicht die richtige Bezeichnung dafür.

Ich habe dazu im Web recherchiert. Letztendlich fasste die KI all das zusammen, was es im weltweiten Netz finden konnte. Da es nicht möglich ist, dazu einen Link zu setzen, machte ich schnell einen Screenshot und füge das hier in meinem Beitrag ein. 

                     

Der Ordnung halber will ich erwähnen, dass ich über Chrome / Google am 20.12.2025 recherchierte. 

Ich denke gerade darüber nach, was es für uns bedeutet, kein Bankkonto zu besitzen. In einer Zeit, in der das Bargeld weitestgehend abgeschafft werden soll und jeder Fussel digital mittels einer künstlichen Intelligenz nach Schlagworten geprüft und nachweisbar über das Bankkonto laufen wird. Man ist ohne einem Bankkonto bloßgestellt, finanziell, sozial und wirtschaftlich erledigt. Und das Ganze unabhängig davon, welchen Beruf, welche Stellung, wieviel Geld man verdient und besitzt, wie man lebt und so weiter. Unglaublich!

Ach die Leute …

Nenne uns eine Sache, von der Du hoffst, dass die Leute sie über Dich sagen.

Das ist die heutige WordPressfrage an uns Blogger.

Wer sind „die Leute“?

Hey guys! Hey Leute! – Das ist eine neutrale Masse Menschen. Sozusagen ein Oberbegriff für die Bevölkerung, die Allgemeinheit, die Gesellschaft, die Bürger und so weiter. Es ist also ein Mengenbegriff.

Diese Leute werden auch mich Frau „Max Mustermann“ nicht kennen. Denn ich bin zwar ein klitzekleines wichtiges Rädchen im pulsierenden Ganzen, jedoch bedeutungslos im meinungsbildenden Obergeschoss dieser Gesellschaft. Somit werde ich „die Leute“ nicht erreichen, damit sie auch nur annähernd irgendetwas über mich sagen könnten.

Fazit: Mir ist es komplett wurscht, was „die Leute“ über mich sagen, oder vielleicht sagen könnten.

WordPress stellt uns Bloggern seit zwei oder drei Jahren täglich eine Frage als Schreibanreiz, um aktiv zu werden.

Im Dezember 2024 nahm ich mir vor, jeden Tag die gestellte Frage zu beantworten. In diesem Jahr wurden die gleichen Fragen wie im Jahr 2024 gestellt. Somit konnte ich im diesjährigen Dezember keine Fragen beantworten, da ich das bereits im Vorjahr erledigt hatte.

Nur muss ich mich wohl aber um die heutige Frage im letzten Jahr gedrückt haben. Denn mit dieser wurde ich am Morgen überrascht.

Natürlich könnte ich die obengestellte Frage frei nach Gusto interpretieren und mir zurechtbiegen. Doch rufe ich mich immer wieder zur Ordnung und sage mir: Die deutsche Sprache ist durch ihren Wortschatz, ca. 500 000 Worte, ganz klar. Wobei jeder von uns etwa 50 000 Worte aktiv beziehungsweisse passiv benutzt.

Somit gehe ich davon aus, dass die Frage an uns „Schreiberlinge“ sauber gestellt wurde, genauso gemeint ist und wir dementsprechend unseren Text formulieren können.

Warum sage ich das? Weil ich ahne, dass dieses „die Leute“ nicht so allgemein gemeint ist, wie es aufgeschrieben wurde 😉

Aber genug für heute!

Habt einen fantastischen dritten Advent und genießt die wunderbare vorweihnachtliche Zeit.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Petitesse – Randnotiz – 2025-12-06

Wort des Jahres 2025

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache hat sich also auch dieses Jahr mit ihrem „Wort des Jahres“ festgelegt.

Kannst Du Dich noch an die letzten „Wort des Jahres“ erinnern? Ich musste nachschlagen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Es ist ein untrübliches Zeichen, dass diese jährliche Wort-Wahl völlig bedeutungslos ist.

2020 – Corona-Pandemie

2021 – Wellenbrecher

2022 – Zeitenwende

2023 – Krisenmodus

2024 – Ampel-Aus

Und für dieses, das Jahr

2025 – KI-Ära

Ich frage mich wirklich, weshalb die Experten dieses Wort-Konstrukt zum „Wort des Jahres“ wählten.

Unweigerlich muss ich an die Aussage unserer Bundeskanzlerin aus dem Jahr 2013, dass das Internet für uns alle Neuland sei, denken.

Die Gesellschaft für Deutsche Sprache wählte also „KI-Ära“ zum Wort des Jahres 2025. Eine Ära umfast einen großen Zeitabschnitt von vielen Jahren (hundert, tausend, millionen). Wie können Experten der deutschen Sprache dieses Wort „Ära“ für ein einziges Jahr, nämlich das Jahr 2025, festlegen?

Ganz davon abgesehen, scheint es doch so, als würde Deutschland noch mächtig überlegen, was man so mit der künstlichen Intelligenz überhaupt an vernünftigen Dingen anstellen könne.

Ist die Künstliche Intelligenz tatsächlich DAS Thema 2025 in Deutschland, das zu diesem Wort-Konstrukt motivierte?

Heute etwas grübelnd.

Herzlich, Eure Petra Kolossa.

Amando memoriam – in liebevoller Erinnerung

Sie liebte das Tränende Herz und Christrosen, mochte Boskopf-Äpfel, unreife Tomaten frisch vom Strauch, schwarze Johannisbeeren und ihren Steingarten. Sie liebte Stil, Mode und Ästhetik, frische Farben und weiß.

Sie liebte ihre Kinder und kleidete sie unglaublich schick. Sie brachte ihnen Kleinigkeiten bei jeder Gelegenheit mit.

Heute hätte sie ihren neunzigsten Geburtstag. Leider erlebte sie ihren zweiunddreißigsten Geburtstag nicht und starb mit einunddreißig Jahren an Morbus Hodgkin.

Sie ging mit ihrem „Tränenden Herz“, denke ich. Denn im Juni zieht sich die Pflanze mit ihren Blüten komplett zurück.

Sie liebte das Erzgebirge, obwohl sie ein Nordlicht war. Sie verbrachte einen langen Kuraufenthalt in Gelenau und verweilte für einen Winterurlaub mit ihren Kindern in Börnichen.

Seit einigen Monaten lebe ich nur wenige Autominuten entfernt von diesen Orten im wunderschönen Erzgebirge. Manchmal denke ich, dass es mich nicht grundlos genau hierher trieb.

Es schmerzt mich sehr, dass ich nur so wenig Zeit mit meiner Mutter verbringen durfte. Meine Schwester war damals sieben und ich neun Jahre alt, als sie für immer ging. Sechs Jahre davon wuchs ich knapp zweihundertachtzig Kilometer entfernt bei meinen Großeltern auf. Als ich zu meiner Einschulung ins Elternhaus zurückkehrte, war sie bereits sehr krank und verbrachte viel Zeit in den Kliniken.

In meiner Erinnerung sind etliche Momente unvergesslich eingebrannt.

Und manches Mal frage ich mich, wie viel von ihr in mir stecken mag und wieviel auch meiner Großeltern mütterlicherseits.

Der Vater meiner Mutter fiel im Krieg. Einmal sah ich, wie meine Omi ein Foto zwischen den Handtüchern im Wäscheschrank herausnahm und es minutenlang anschaute. Sie seufzte und steckte es zurück.

Einige Jahre später bat sie mich, ein Handtuch in die Küche zu bringen. Als ich den Schrank öffnete, dachte ich an die Situation von einst. Und tatsächlich! Das Foto steckte noch immer in diesem Handtuchstapel. Ich weiß, man tut das nicht. Aber ich konnte nicht widerstehen und zog es heraus.

Eigentlich wollte ich nur kurz daraufschauen. Aber dieser abgelichtete Mann hielt mich im Bann. Er steckte in einer dunklen Uniform, die wahrscheinlich damals fast jeder junge Mann trug. Ich achtete nicht auf die Details der Kluft. Ich sah nur diesen Mann. Attraktiv, dunkle Augen, eine unglaublich ruhige Ausstrahlung und mir irgendwie nah. Diese Aufnahme berührte mich so sehr. Ich starrte das Foto an und konnte es nicht beiseite legen. „Mausi!!“, zischte plötzlich Omi neben mir. „Wer ist das?“, flüsterte ich. „Dein Großvater.“ Sie nahm das Bild an sich und forderte mich auf, nie wieder darüber zu sprechen und das Bild zu vergessen. „Warum?“, fragte ich. Sie sagte nur, dass es besser für mich sei und dass es das Bild nie gegeben habe.

Dabei blieb es tatsächlich. Wir sprachen nie wieder über diese Situation, meinen Großvater und ihre Vergangenheit während des zweiten Weltkrieges.

Es sind so viele Fragen offen, die ich leider nicht mehr beantwortet bekommen werde.

Eines ist jedoch gewiss: In mir lebt nicht nur die äußere Ähnlichkeit zu meiner Mutter, die heute neunzig Jahre alt geworden wäre, sondern ganz sicher so einige ihrer Wesenszüge und die meiner Ahnen.

Ruhe in Frieden, Mama.

Ich denke so oft an Dich.